Jesse kann in Sachsen bleiben ...

Veröffentlicht am 06.06.2012 in Allgemein
Eckhard Jesse spricht zum Tag der Politikwissenschaft über Extremismus. Was wir davon halten, lest ihr in unserem aktuellen Text.

 

Am Donnerstag ist Tag der Politikwissenschaft und zu diesem gehört es sich, dass man vermeintlich hochkarätige Wissenschaftler_innen einlädt, um mit ihren über deren Forschung zu diskutieren. Eine_r dieser Hochkaräter_innen ist Eckhard Jesse, eine Person, welcher von einigen Lehrkräften des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Jena nachgesagt wird, in seinem Fachgebiet eine eigene Lehrschule begründet zu haben. Ehrfürchtig ist dann von der Jesse-Schule die Rede, welche vor allem zum Ziel hat, unter dem Zeichen der Sächsischen Demokratie weiterhin unreflektiert einen Extremismusbegriff zu pflegen, der eigentlich seit Jahren in der Mottenkiste verschwunden sein sollte.

Besagter Wissenschaftler jedenfalls ist nicht zum ersten Mal in Jena und wir fragen uns, was eigentlich die zuständigen Personen bewogen hat, ihm ein weiteres Mal ein Podium zu bieten. Wenn es um die sogenannte Extremismusforschung geht, steht Jesse mit seinem Ansatz allein auf weiter Flur. Seine sogenannte Lehrschule speist sich primär aus Menschen, welche bei ihm promoviert haben, von wirklicher Wirkmächtigkeit kann man hier also nur sprechen, wenn man die Realität zu einem Gutteil ausblendet.

Dass das Extremismuskonzept heute in weiten Teilen der Forschungsgemeinde umstritten ist, stellt kein Geheimnis dar. Für Jesse und seine Truppe ist es trotzdem zweckmäßig, dieser unterkomplexen Denkart verhaftet zu bleiben, weil dadurch die eigene, politisch motivierte Forschung mit scheinbarer theoretischer Stringenz unterfüttert werden kann. Wer Jesses Bücher über die Partei DIE LINKE liest, merkt schnell, dass es dabei nicht um eine objektive Darstellung geht. Dort wird unter anderem die These vertreten, dass die LINKE „linksextremistisch“ sei, weil in ihr extremistische Zusammenschlüsse geduldet würden. Ob in diesem Sinne auch alle anderen Parteien „extremistisch“ sind, weil in ihnen auch „Extremist_innen“ geduldet werden, beantwortet Jesse freilich nicht.

Hier wird schnell offensichtlich, dass sich Eckhard Jesse und seine "Schule" nicht so sehr darum bemühen, wirkliche Forschungsergebnisse zu produzieren, sondern den Ansatz vertreten, Kalten Kaffee immer wieder aufs Neue aufzuwärmen. Warum man diesen kalten Kaffee im Rahmen von Feierlichkeiten, wie des Tages der Politikwissenschaft, unter dem Etikett eines wärmenden Heißgetränks zuvorderst auch an die Studierenden ausschenkt, bleibt uns ein Rätsel.
 

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