Kandidatur als stellv. Landesvorsitzender der Jusos Thüringen - Marc Emmerich

Veröffentlicht am 09.06.2017 in Parteileben

Liebe Genoss*innen,

mit Martin Schulz schickt die SPD einen sehr aussichtsreichen Kandidaten ins Rennen. Der Bundestagswahlkampf scheint damit fast zum Selbstläufer zu werden, ist es aber nicht. Schulz besetzt die richtigen Themen, hier und da fehlt es jedoch noch an einer inhaltlichen Ausgestaltung. Hier sind wir gefragt. Zum Beispiel genügt es nicht, einfach nur zuzugeben, dass die Agenda 2010 ein Fehler war. Nötig ist eine ernstgemeinte Aufarbeitung, die die dahinterstehende neoliberaleIdeologie aufzeigt und ihr eine andere Idee von Gesellschaft entgegen setzt. In den kommenden zwei Jahren möchte ich im Landesverband eine Diskussion anstoßen, die sich mit der Verteilung von Arbeit und Diskriminierungen am Arbeitsmarktintensiv beschäftigt.

Eine Wochenarbeitszeit von über 40 Stunden ist auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus einfach sinnlos. Niemand will das. Zudem sind es überwiegend Frauen, die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf längere Arbeitszeiten verzichten müssen, anschließend jedoch nicht mehr in ihre ursprüngliche Vollzeitstelle zurückkehren können. Die Folge ist, dass Frauen weniger Gehaltbekommen als Männer und auf lange Sicht eine deutlich niedrigere Rente. (Der Renten-Gap für Frauen liegt über 50%!). Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten tatsächlich einige Stunden mehr arbeiten würde, während die meisten Vollzeitangestellten auch mit 30 Stunden sehr zufrieden wären, wenn das ohne Lohnverzicht möglich wäre. Im neuen Landesvorstand möchte ich deshalb die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich auf den Weg bringen und inhaltlich untersetzen. Schauen wir nach Thüringen, dort bestimmt die Verwaltungs-und Gebietsreform die aktuellen Debatten. Was auf den ersten Blick als trockenes Verwaltungsthema daherkommt, ist Ausdruck eines langen unterschätzten politischen Interessenkonflikts. Sicherlich hat der Widerspruch von Stadt und Land mit der Brexit-Entscheidung in Großbritannien, der Wahl Trumps und der Verfassungsreform in der Türkei woanders sehr viel radikalere Folgen. Aber auch wir in Thüringen müssen uns der Herausforderung stellen, den ländlichen Raum besser zu integrieren und politisch einzubinden. Erst recht vor dem Hintergrund von Menschen wie Bernd Höcke, von Thügida, AfD und Co.

Deshalbmüssen wir weiter Druck für die Einführung des Azubitickets ausüben und die Gebietsreform mit Maßnahmen zur Verbesserung der ländlichen Daseinsvorsorge verknüpfen, besonders was Mobilität und das soziokulturelle Angebot für junge Menschenvor Ortbetrifft. In diesem Rahmen wird es zudem auch nötig sein jungsozialistische Akzente in der neuen Strategie des Landes zur „Eigenständigen Jugendpolitik“ zu setzen. Mit hat es mega Spaß gemacht, die #Ichbinpolitisch-Kampagne zu überlegen und vorzubereiten, auch wenn von der ersten Idee bis zur wirklichen Umsetzung über ein Jahr Zeit vergehen musste. Als mein Foto für die Kampagne gepostet hatte, war mir augenblicklich klar, dass ich mit meiner Arbeit bei den Jusos noch lange nicht fertig bin. Mir wurde nochmal eindrücklich bewusst, dass ich im Landesvorstand der Jusos Thüringen an genau der richtigen Stelle bin. Denn konsequenterweise bedeutet politisch zu sein immer auch die Bereitschaft, auch weiterhin Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam wichtige Themen voranzutreiben. Ich konnte in den letzten 1,5 Jahren zeigen, dass ich das sehr gut kann und möchte das deshalb auch in den folgenden 2 Jahren weiterhin tun. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn ihr das ähnlich seht und ihr mich, die Inhalte für die ich stehe und die Arbeit, die ich mache, mit eurer Stimme unterstützt.

Mit sozialistischen Grüßen

Marc

 

PS. Für alle, die mich noch nicht so gut kennen: Ich bin 31 Jahre alt, habe Gesellschaftstheorie studiert, arbeite jetzt an der Uni und bin im aktuellen Landesvorstand. Wenn ihr weitere Fragen habt, könnt ihr mir gerne schreiben, per Mail(marc.emmerich@gmail.com) oder auch via Fb, Whatsapp etc.

 

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